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Lisa-Doreen Roth - Positive Nebenwirkungen durch gute Unterhaltung
 Nebenwirkungen – glücklich auf Sylt 

„Sehr oft reicht ein einziger Moment, um das Leben aus den Angeln zu heben.Man lebt zusammen unter einem Dach und weiß nicht, wer der andere ist.“Silvia, Mona und Doris verbindet schon seit ihrer Kindheit eine enge Freundschaft.Jedoch hält das Leben für jede der Freundinnen ein anderes Schicksal bereit.Silvia macht mit achtunddreißig einen ungewöhnlichen Aufstieg auf Sylt und kann sich ihren Lebenstraum erfüllen. Mona erlebt nach vorausgegangenem Schicksalsschlag eine schwere Enttäuschung und kommt zu einem Entschluss auf Sylt…und Doris, die sehr früh ihren Mann verlor und sich längst damit abgefunden hatte, allein zu bleiben, vergisst alle ihre Prinzipien.Eine Geschichte über Beziehung und Karriere, voller Leidenschaft, Liebe, Hoffnung und Enttäuschung, Vertrauen und Verrat, die teilweise auf der schönen Insel „Sylt“ spielt. 

Leseprobe Schlaftrunken trafen sich Mona und Doris am Lift, um in die unteren Massageräume zu gelangen. Sie genossen es richtig, geknetet, gewalkt und geklopft zu werden. Anschließend sprang man in das heiße Wasser. Was für ein herrliches Gefühl! Für kurze Zeit wurde man hellwach, um anschließend wieder todmüde ins Bett zu fallen. Dieser Rhythmus sollte jetzt drei Wochen lang so weitergehen.»Sag mal«, fing Doris beim Frühstück auf dem Balkon an. »Hast du eigentlich gar nicht bemerkt, dass dieser Peter ein Auge auf dich geworfen hat? So ein Glück möchte ich auch mal haben.« »Nein! Das heißt ja!«, antwortete Mona knapp. »Ich will es aber gar nicht bemerken. Du kannst ihn dir doch angeln. Du suchst doch schließlich einen Mann!«»Aber der steht auf dich, Mona!«»Kein Interesse! Er sieht gut aus und wäre ich alleine, könnte er mir eventuell sogar gefährlich werden.«»Aha, sieh mal einer an«, erwiderte Doris nur.»Aber wo wir schon mal bei dem Thema sind, wie sieht denn dein Liebesleben in letzter Zeit so aus? Mit wem triffst du dich und was tut sich so im Bett?«»Ach, weißt du, Bekanntschaften habe ich so einige gemacht.« Doris fing, mit einem träumerischen Gesichtsausdruck, an, zu erzählen: »Langweilig ist mir nicht. Mit einigen habe ich mich sogar wieder verabredet. Wir gehen ins Kino, oder zum Tanzen. Man geht mal ins Bett, telefoniert ein paar Mal und gut ist. Am liebsten sind mir Ehemänner. Die wollen sich nicht binden und stellen auch keine großen Ansprüche. Du musst weder für sie kochen noch sonst etwas. Die sind eher dankbar, wenn sie mal nebenbei was erleben können, ohne dass es noch was kostet. Du verstehst schon, was ich meine! Und ich hatte dann immer ein gewaltiges Erlebnis. Etwas Einmaliges und Einzigartiges. Aber dauerhafte Verhältnisse sind doch nur noch selten einmalig und einzigartig! Ich bin der Meinung … und diese Erfahrung habe ich auch schon mehrfach gemacht, dass es keine einzigartigen Beziehungen mehr gibt. Das höre ich immer wieder und nicht nur von Männern.«»Wenn du meinst. Also ich finde, darüber kann man geteilter Meinung sein«, meinte Mona.»Beziehungen sind doch entweder nur kurz und leidenschaftlich oder lang und langweilig. Man darf sich da einfach nichts vormachen. Es gibt bestimmt massenweise funktionierende, feste Partnerschaften, in denen es heimliche Nebenbeziehungen gibt. Vielleicht halten diese gerade deshalb so lange.« »Bist du denn wirklich dieser Meinung?«, fragte Mona verwundert.»Aber ja. Sieh mal. Jeder, der heute in einer Beziehung lebt, muss doch einen Preis dafür zahlen. Und dieser Preis heißt Leidenschaft.«Mona schüttelte den Kopf. »Ich finde, wenn man sich etwas Mühe gibt und einige Tricks auf Lager hat, dann kann man die Leidenschaft auch in einer langen Beziehung erhalten.«»Wenn dein Partner auch dieser Meinung ist, dann klappt`s vielleicht.« Doris war nicht wirklich überzeugt davon. »Natürlich kannst du es mal im Aufzug machen oder Reizwäsche anziehen, aber es wird bestimmt nicht lange helfen.«Mona zuckte mit den Schultern. »Man muss sich eben immer bemühen, in einer Beziehung ... daran arbeiten. Beide natürlich. Ganz so einfach ist es natürlich wirklich nicht.« Doris erwiderte: »Genau … aber das ist manchmal sehr anstrengend und widersprüchlich.«Mona lehnte sich zurück und fuhr sich mit den Fingern durch ihre wilde Lockenmähne. Die Sonnenbrille schob sie dabei ins Haar. »Aber ich halte wirklich nichts von dauernd wechselnden Partnern.«»Du hast ja auch einen, Schätzchen.« Doris, makellos wie immer, schlug ein Bein über das andere, verschränkte die Arme und drehte sich auf dem Stuhl leicht zur Seite. Ihre Körpersprache drückte deutlich Missbilligung aus. Mona schwieg, während der Zimmerservice ihr schmutziges Geschirr auf einem Tablett stapelte und auf weitere Bestellungen zu warten schien. Sie fühlte sich verletzlich. Doris war doch ihre beste Freundin. Sie hatten schließlich gemeinsam schon so viele persönliche und berufliche Krisen durchgemacht. Verstorbene Elternteile, Umzüge, Diäten und verhunzte Frisuren. Plötzlich erschien ihr Doris vollkommen fremd. Mona hatte immer gedacht, dass Doris diese Sache genauso sah wie sie. Sie schluckte schwer und zerriss nervös eine Papierserviette.»Und, du willst wirklich keinen festen Partner mehr haben? Ich meine, man muss ja nicht gleich heiraten. Ist dir das nicht zuwider, immer wieder mit anderen Männern etwas anzufangen?«»Ach weißt du«, erwiderte Doris daraufhin, die Mona genau anzusehen schien, was dieser im Kopf herumspukte. »Ich habe mich jetzt so daran gewöhnt allein zu leben, ich brauche mich um keinen zu kümmern, kann tun und lassen, was ich will. Meinen Spaß habe ich trotzdem. Ich habe auf diese Weise eigentlich alles, was ich brauche. Aber ein Urlaubsflirt wäre nicht zu verachten«, erwiderte sie schmunzelnd. »Vielleicht begegnet mir ja auch noch mal einer, bei dem mir auf Anhieb flau im Magen wird. Wer weiß, vielleicht auch für immer?!«»Na, dann nichts wie ran. Ich drück dir die Daumen. Viel Spaß!« Mona schien erleichtert zu sein. Die arme Doris! Ein glückliches Händchen hatte sie in der Auswahl ihrer Männer bisher ja nicht wirklich bewiesen. Sie ein bisschen zu trösten konnte deshalb nicht schaden. »Bestimmt findest du auch irgendwann den Richtigen.« »Den Richtigen? Den gibt´s nicht. Jedenfalls nicht für mich«, stellte Doris ohne den kleinsten Zweifel fest. »Warte es doch einfach ab«, entgegnete Mona. »Ach, die wollen doch sowieso alle nur mein Geld. Ich hatte mal einen, der hat mich regelrecht darauf angesprochen. Ob wir im Ernstfall auch füreinander einstehen würden. Sprich, er wollte letztendlich nur mein Geld.« Doris winkte ab.»Hat er dich angepumpt oder was?«»Du glaubst doch wohl nicht im Ernst, dass ich mich anpumpen lasse! Männer sollten eigentlich gar kein Thema mehr für mich sein. Die Suche hab ich längst aufgegeben. Ich kann ganz gut ohne sie leben«, gab sich Doris selbstbewusst.»Also ich finde, ohne sie kann man auch nicht leben.« Es war wirklich höchste Zeit, das Thema zu wechseln, fand Mona. »Von diesem Balkon aus hat man ja eine fantastische Aussicht.« Sie war richtig begeistert und erhob sich vom Frühstückstisch. »Du, ich will Mike und den Kindern mal eine Karte schreiben. Kommst du mit, welche besorgen?«»Nein, Mona.« Doris rekelte sich faul in der Sonne. »Ich leg mich lieber in der Zeit an den Pool. Du kannst ja dann nachkommen, okay?«»Alles klar, bis dann, tschüss.«»Ach Mona, warte mal, ich wollte dich noch was fragen. Habt ihr eigentlich schon telefoniert, Mike und du?«»Ja klar. Aber nur kurz. Die Verbindung war dermaßen schlecht, man hat kaum ein Wort verstanden. Heute Abend versuche ich es aber wieder. Also, bis dann.«Als sie zurückkam, sah Mona schon von weitem Doris und Peter aus dem Pool steigen.Aha, der Ferienflirt hat also begonnen, schmunzelte sie vor sich hin. Ich gehe am besten jetzt gar nicht hin, ich will die beiden ja nicht stören. Sollen sie sich ruhig erst mal ein wenig beschnuppern. In diesem Moment klingelte ihr Handy.»Mike! Hallo Schatz! Wie schön dich zu hören. Wie geht`s dir denn?«, rief Mona erfreut.Mike antwortete am anderen Ende: »Ach, hier regnet es heute. Wir haben keine Chance zum Segeln.« »Und was machst du dann?«»Wir wollen uns gleich alle gemeinsam treffen und ein bisschen klönen und fachsimpeln. Eventuell fahre ich nachher mal mit dem Auto durch die Gegend, mir alles ansehen. Und was treibst du so?«Mona erwiderte: »Ich habe dir gerade eine Karte geschrieben. Ansonsten ist es sehr schön hier. Aber auch stressig, weil die Anwendungen schon morgens um fünf Uhr beginnen. Das Essen ist gut und das Hotel auch, es gefällt uns alles sehr klasse hier. Und das Wetter ist ebenfalls herrlich.«»Und sonst?«, fragte Mike. »Was sind denn noch für Gäste da? Hast du schon einen Kurschatten? Ich werde rasend bei dem Gedanken daran!«Mona lachte ihn aus. »Aber Schatz, du brauchst doch nicht eifersüchtig zu sein. Aber hast du vielleicht einen?«»Oh, ich muss Schluss machen«, sagte Mike plötzlich sehr schnell. »Die anderen warten schon auf mich. Mach`s gut Kleines, ich melde mich bald wieder!«Ehe Mona antworten konnte, war das Gespräch auch schon beendet. Mona beschlich ein seltsames Gefühl … Fortsetzung  

Heartbreak: Liebe, Familie und Katastrophen 

Mona hat große Sorgen, denn ihre Ehe steht vor dem Aus.Während einer Feier lernt sie Mark kennen, der sie sofort in sein Herz schließt.Sie kann es kaum fassen, tatsächlich einem Mann begegnet zu sein,der alle positiven Eigenschaften in sich zu vereinen scheint.Doch entwickelt sich daraus wirklich das große Glück?Ein kurioses Liebesabenteuer …aufregend, dramatisch und skurril zugleich... 

Leseprobe: In Windeseile steige ich in mein Auto und fahre in Richtung Heimat. Natürlich sind gerade jetzt alle Ampeln rot und vor mir tuckern die anderen Fahrzeuge herum, als wäre es Sonntag. Das ist immer so, wenn ich es richtig eilig habe. Roland ist mittlerweile längst im Dienst, das hoffe ich wenigstens und die Kinder sind schon seit drei Stunden allein. Endlich angekommen schließe ich schnell die Haustür auf. Jetzt aber los. Mark kommt um acht und ich muss vorher noch duschen und mich fertigmachen. Ein beißender, bestialischer Geruch kommt mir plötzlich entgegen und sofort tränen meine Augen. Ich renne in die Küche. »Ach du Heiland!«, entfährt es mir schockiert. »Was ist denn hier los?«Sabrina steht am heißen Herd und versucht gerade mit hochrotem Kopf, mit einem Schwamm das Ceranfeld sauber zu schrubben. Zucker ist in der ganzen Küche verstreut. Milch und Schokopulver zieren den Tisch. »Ich wollt uns einen Schokopudding kochen, aber die Milch ist übergekocht.« Sie schaut mich nur ganz kurz von der Seite an. »Wie siehst du denn aus?«, fragt sie dann abwertend.  »Schön siehst du aus Mutti!« Andy bewundert mich wenigstens. Er sitzt vor seinem leeren Teller und ruft: »H u n g e r! H u n g e r! H u n g e r!«, und haut im Takt mit dem Löffel auf den Tisch. Ich werde weich, lasse meine Tasche fallen, wo ich grade stehe, nehme den Schaber und kratze erst einmal den Herd sauber. Nebenbei nehme ich meine Große in den Arm und sage liebevoll: »Das ist aber nett von dir gewesen.« Am liebsten hätte ich allerdings vor Verzweiflung rumgeschrien. Roland hat die Kinder heute in seiner Obhut gehabt, weil ich zum Friseur wollte. Er hat ihnen noch nicht einmal was zu essen gemacht. Ich kriege immer mehr Wut auf ihn. Das sieht ihm richtig ähnlich. Wahrscheinlich hatte er überhaupt keine Zeit dazu, nehme ich ihn gleich wieder in Schutz. Er hilft schließlich gerade den neuen Nachbarn beim Bau, wenn er Zeit hat, damit nebenbei noch Geld reinkommt. Das rettet uns allerdings auch nicht. Ich sehe ihn förmlich vor mir, wie er abgehetzt und fix und fertig zum Dienst eilt. Ich werde uns helfen! Ich werde die ganze verfahrene Situation retten. Schließlich liebe ich meine Familie und ich will für alle nur das Beste. Ein kurzer Blick zur Uhr genügt, um mich in Panik zu versetzen. Es ist bereits Viertel nach sieben. Aber ich beherrsche mich. Schnell koche ich einen neuen Pudding und schiebe Andy einen Teller voll vors Kinn. Sofort fängt er an, genussvoll zu löffeln. Sabrina hat plötzlich keinen Hunger mehr und will lieber später mit mir essen.»Ich muss aber noch mal weg«, erkläre ich gehetzt.»Ich hab´ heute noch ein Geschäftsessen und muss mich ganz furchtbar beeilen, denn ich muss noch duschen und mich umziehen. Um acht werde ich schon abgeholt. Komm mein Schatz, iss doch einen Teller Pudding mit deinem Brüderchen.« Ich stelle ihr einfach einen Teller voll hin. Misstrauisch schaut sie mich an, setzt sich dann aber und fängt an zu essen. »Du wirst abgeholt? Von wem denn?«, fragt sie mich mit vollem Mund, während ich alles schnell sauber putze. »Mark holt mich ab. Er geht auch mit.« »Mark? Was hat der denn mit unserem Geschäft zu tun?« Ich schaue Sabrina kurz an und sage:»Ach Mark geht einfach nur so mit.« Ja, dumm ist sie wirklich nicht, meine Tochter. Andy löffelt derweil weiter zufrieden seinen Pudding. Ich schaue auf die Uhr. Schon zehn vor acht, das schaffe ich nie! »Geht Papa auch mit?«, ruft Andy hinter mir her. »Nein, der hat doch heute Spätdienst«, erkläre ich noch im Gehen. Im Flur lasse ich bereits die Sachen fallen und steige schnell unter die Dusche. Ich schnappe mir das erstbeste Kleid aus dem Schrank, das zum Glück passend für den Abend ist, ziehe es an. Pumps dazu, eine andere Tasche, Wimperntusche, Rouge und Lippenstift, für mehr reicht die Zeit leider nicht mehr. Ich lege immer Wert auf ein gepflegtes Äußeres. Das macht man schließlich nicht von einer speziellen Lebenssituation abhängig. Das ist einfach Pflicht. Der Lippenstift musste genau dort sitzen, wo er hingehört, und zwar millimetergenau. Die Augen müssen strahlen und die Haare weich das Gesicht umrahmen. Sinn für Ästhetik hatte ich schon immer. Niemals würde ich unter diesem Level aus dem Haus gehen. Aber heute …Die Haare gehen zum Glück einigermaßen. Fertig! Allerdings auch mit den Nerven. Zehn nach acht. Ich schaue aus der großen Schiebetür vom Wohnzimmer. Mark ist bereits da. Er wartet im schwarzen 500 SL in der Einfahrt auf mich. Dann sieht er mich und winkt mir freudig zu. Schnell sage ich den verdutzten Kindern noch tschüss, gebe jedem ein Küsschen auf die Wange und schärfe ihnen ein, nichts anzustellen. Da Sabrina schon sehr selbständig ist, drücke ich ihr noch einen Zettel mit der Telefonnummer unserer Nachbarn für den Notfall in die Hand. Dann ziehe ich schnell die Tür hinter mir zu …  Fortsetzung  

Das Glück wartet online … 

Den Mann fürs Leben zu finden, kann ganz schön schwer sein.Die 30-jährige Ina hat keine Lust länger allein zu sein, denn die biologische Uhr tickt.Freundin Nena gibt ihr einen Rat …Wo findet man denn nach den ganzen Pleiten nun das Glück – online vielleicht? Turbulent und unterhaltsam ...

Leseprobe: Ina klingelte an der Haustür, wo Biggy wohnte. Als keiner öffnete, klingelte sie noch einmal. Es dauerte eine ganze Weile, bis die Haustür aufging. Sie ging die Treppe hoch bis zum zweiten Stock. Biggy stand mit einem Bademantel bekleidet in der Tür. »Du?«, fragte sie ganz erschrocken. »Du bist schon da? So früh habe ich gar nicht mit dir gerechnet! «»Ich kann ja auch wieder gehen, kein Problem!« Ina machte Anstalten, die Treppe wieder herunterzusteigen. »Quatsch komm doch rein. Fünf Minuten gibst du mir, ja?«»Na gut. Aber wenn es dir nicht passt, dann können wir uns lieber ein anderes Mal treffen.«»Nein Ina, bleib doch hier, ich freue mich ja. Setz dich doch so lange ins Wohnzimmer … ja? Ich mach dir schnell einen Drink. Bin gleich bei dir.« So hatte sich Ina das Treffen eigentlich nicht vorgestellt. Sie setzte sich auf die breite Couch und nahm einen Schluck von dem Cocktail, den Biggy ihr gemixt hatte. Aus dem angrenzenden Zimmer hörte sie plötzlich eine dunkle Männerstimme. Was war denn hier los? War Sven etwa doch hier? Der sollte doch eigentlich auf Geschäftsreise sein. Oder war es jemand anderes? Ging Biggy etwa fremd? Hatte sie sich einen Lover zugelegt? Sie würde es ja gleich erfahren. Plötzlich herrschte hektisches Treiben in der Wohnung. Türen gingen auf und zu, im Bad wurde geduscht, der Kerl aus dem Nebenzimmer eilte, nur mit einem roten Slip bekleidet, durch den Flur. Dadurch, dass die Wohnzimmertür halb aufstand, konnte Ina alles ganz genau beobachten. Sie grinste vor sich hin. Das war ja der absolute Hammer. Nein, den kannte sie definitiv nicht. Biggy, Biggy!! Das hätte ich ja nicht von dir gedacht. Brachte Sven es etwa nicht mehr richtig? »Tut mir leid«, sagte Biggy, als sie wieder hereinkam. »So sollte unser Treffen eigentlich nicht ablaufen. Kati konnte nicht und mit dir habe ich einfach nicht so früh gerechnet. Jetzt guck doch nicht so erstaunt, ja … ich fahre im Moment zweigleisig ... ich habe eine Affäre! Ich kann es nicht ändern, aber Sven und ich verstehen uns halt im Augenblick nicht so gut.« Ina hörte plötzlich eine Tür ins Schloss fallen. »Jetzt ist er weg«, sagte Biggy. »Du … ich habe gerade ein Riesenproblem. Ich bin eine Woche drüber und weiß nicht, von wem!«Ina rutschte fast das Glas aus der Hand. »Soll das etwa heißen, du bist … ich meine ... du gehst wirklich davon aus, dass du …« Biggy nickte. »Genau, das soll es heißen!«»Ach du meine Güte … und was machst du jetzt?« Ina sah Biggy mitfühlend an. »Keine Ahnung! Wenn ich Sven sage, dass ich schwanger bin, dann freut er sich bestimmt total. Er mag ja Kinder … aber ich weiß ja gar nicht, ob es wirklich von ihm ist. Was soll ich denn nur machen? Soll ich heimlich abtreiben?«»Was ist denn mit dem anderen Kerl?«, fragte Ina. »Der ist nicht wichtig«, antwortete Biggy und winkte nervös ab. »Ersatz für Sven sozusagen, wenn er nicht da ist. Der ist aber auch selber schuld daran«, verteidigte sich Biggy aufgeregt. »Wäre er in letzter Zeit nicht so merkwürdig, wäre das alles gar nicht passiert, vielleicht hat er ja auch nebenher was am Laufen.« Biggy redete so, als sei es das Normalste auf der Welt. »Moment mal … wie lange seid ihr denn jetzt überhaupt schon verheiratet? Das ist doch noch kein Jahr her! Und trotzdem …?«, regte sich Ina auf. »Ich weiß schon, weshalb ich mich von Marcel getrennt habe und warum ich noch nicht verheiratet bin. Das Ganze wollte ich mir einfach komplett ersparen.«»Du hast gut reden, mein Schatz! Schließlich kommt immer alles ganz anders, als man es plant. Meinst du etwa, ich betrüge Sven gerne? Ich liebe ihn doch! Ich weiß nur einfach nicht, was ich jetzt machen soll. Ich bin sonst immer ganz pünktlich.«»Mach mal keine Panik, Biggy. Vielleicht ist es ja gar nicht so, wie du befürchtest. Manchmal verschiebt sich das Ganze auch einfach durch Stress oder so etwas. Hol dir doch erst mal einen Test aus der Apotheke, dann sehen wir weiter.«»Ja, daran habe ich ja auch schon gedacht. Das mache ich auch, aber wenn es wirklich so sein sollte … mein Gott, ich wollte doch eigentlich gar kein Kind haben.«»Ein Kind ist aber doch etwas Schönes. Jemand, der zu dir gehört, und zwar dein Leben lang. So musst du es auch mal sehen.«»Hast ja recht. Ich sollte nicht so egoistisch sein. Aber das ganze Leben ist auch auf einen Schlag komplett verändert. Ist dir eigentlich schon aufgefallen, dass ich eine neue Frisur habe?« Biggy lenkte vom Thema ab. »Na klar. Aber ich kam ja noch nicht dazu, etwas zu sagen. Steht dir wirklich ausgezeichnet, diese fransige Kurzhaarfrisur. Dazu noch die rote Farbe, das macht dich irgendwie frecher und jünger.« Biggy freute sich ganz offensichtlich über Inas Kompliment. »Ich muss aber doch noch mal auf das Thema „schwanger“ zurückkommen, Biggy. Ich dachte, du nimmst die Pille? Hast du sie heimlich abgesetzt, oder was? Ich verstehe das nicht so ganz.« Inas Anteilnahme war wirklich groß. Biggy winkte nervös ab. »Ach weißt du, ich hatte neulich mal den ganzen Körper voller Flecken. Der Arzt meinte, es sei ein ganz normaler Ausschlag, den man vielleicht durch ungewohntes Essen oder einen anderen, neuen Weichspüler bekommt. Vielleicht käme er auch durch die Pille. Er gab mir auf jeden Fall den Rat, eine Zeit lang die Pille abzusetzen. Ich habe das natürlich auch gemacht und der Ausschlag verschwand tatsächlich ganz plötzlich. Aber ich hatte leider auch Sex während dieser Zeit .»Du hast währenddessen nicht anders verhütet!? Zumal du ja auch noch …« Ina wunderte sich doch sehr.»Du weißt ja, wie das ist! Wahrscheinlich war ich schon total durcheinander, irgendwie habe ich es halt vergessen. Mein Gott, wie kann man nur so blöd sein!« Biggy schlug sich mit der flachen Hand vor den Kopf.»Da hast du leider recht, meine Süße, das war ganz schön blöd! «»Jetzt erzähl mir aber lieber erst mal, was Marcel so treibt. Triffst du dich noch mit ihm? Ich will jetzt etwas anderes hören. Meine Probleme kenne ich ja schließlich gut genug.« Biggy nahm einen kräftigen Schluck aus ihrem Glas und zündete sich eine Zigarette an.»Marcel … « Ina winkte ab. »Marcel ist nun mal, wie er ist. Er ist eben ein liebenswerter Chaot. Leider ist er dadurch aber eben nicht der Mann fürs Leben für mich.«»Was meinst du denn genau mit Chaot?«, fragte Biggy neugierig.»Ach Biggy. Marcel ist total schluderig und unordentlich. Überall lässt er sein Zeug liegen. Er vergisst die Tür hinter sich zu abzuschließen, macht das Fenster nicht wieder zu, das Licht nicht aus und lässt seine Sachen im Bad herumliegen. Außerdem ist er ewig am Suchen, was seine Geschäftspapiere und Unterlagen betrifft, oder er fahndet nach einem Hemd oder Ähnlichem und dadurch macht er einen total fix und foxi. Er hat es sogar schon fertiggebracht, die Wohnungstür nicht hinter sich zu schließen. Als ich abends von der Arbeit kam, war Tag der offenen Tür. Zum Glück ist nichts gestohlen worden. So was ist wirklich nichts für mich. Marcel sieht zwar gut aus, hat immer gute Laune und mit ihm kannst du auch Pferde stehlen, außerdem ist er auch sexuell immer sehr gut, aber das wäre auch das Einzige, was uns verbindet. Das ist für mich leider zu wenig! «»Betreibt er denn noch seine Import-Export-Firma?«, wollte Biggy wissen.»Ja klar! Aber das ist auch so ein Punkt. Er erzählt nie etwas von seinen Geschäften. Ich weiß deshalb auch nicht, was er überhaupt so verdient. Aber Geld hat er zumindest immer. Er klagt nie, dass etwas nicht so laufen würde, wie er es sich vorgestellt hat. Manchmal muss er abends allerdings ganz plötzlich noch mal ins Büro, weil ihm etwas eingefallen ist, das er vergessen hat. Man kann sich praktisch nie etwas mit ihm vornehmen. Er ist so unberechenbar! Für mich ist das einfach zu chaotisch. Ich habe es lieber gemütlich und ein klein wenig romantisch.«»Ja gut, das passt wirklich nicht so zusammen. Ich kann verstehen, dass du lieber wieder deine eigenen vier Wände haben wolltest. Aber mir hat er trotzdem immer gut gefallen. Er verbreitet einfach stets gute Laune! «»Ja, das liebe ich auch an ihm«, gab Ina zu, »aber für ein Zusammenleben halte ich ihn für nicht geeignet. Wir treffen uns hin und wieder mal oder gehen zusammen aus, aber das reicht uns auch. Zwischendurch trifft er sich auch mit anderen. Das hat er ja schon immer gemacht, auch während wir noch zusammen waren. Das hat mich eine ganze Zeit lang richtig fertiggemacht. Marcel hat in dieser Hinsicht aber nie etwas abgestritten, ganz im Gegenteil. Er gab es immer offen zu, wenn ich einen Verdacht geäußert habe.« »Männer!«, erwiderte Biggy seufzend. »Frauen sind doch auch so!« Ina deutete mit dem Kopf auf ihre Freundin. »Siehst du doch an dir selbst.« Das musste Ina jetzt einfach sagen.Biggy stand auf. »Hast ja recht …«, gab sie zu und zog ihre Freundin am Arm. »Komm, wir gehen jetzt erst einmal eine Pizza essen. Ich lade dich auch ein. Bestimmt hast du riesigen Hunger nach deinem anstrengenden Arbeitstag. Lass uns runter gehen. Ich muss mal wieder etwas anderes sehen. Oder hast du eher Lust auf Chinesisch oder Griechisch?«»Nee, nee, Pizza ist schon in Ordnung.« Ina nickte. »Na dann komm, lass uns gehen. Das nächste Mal lade ich dich aber ein.«Biggy nickte. »Mach dir keine Gedanken. Ich bin froh, dass es dich gibt. Wem sollte ich denn sonst meine Geheimnisse anvertrauen?« Im Treppenhaus begegneten sie plötzlich Sven. Biggy sah Ina ganz erschrocken an. Ina verstand sofort und lächelte. »Sven, du bist ja schon da!«, stotterte Biggy und hatte ihre liebe Mühe, ihren Schrecken zu verbergen … Fortsetzung 

Glück ist unberechenbar 

Ein schönes Zuhause, ein sicheres Einkommen, eine kleine Tochter und viele Freunde. Ina liebt ihr Leben in Hamburg und auf Sylt, mit Oliver und Klein-Julie, in dem Glück und Zufriedenheit regieren. Ein Autounfall bringt diese heile Welt leider ins Wanken. Nach dem Unfall, bei dem Oliver zum Glück nur leicht verletzt wird, ist er seltsam verwandelt. Seine Unbeherrschtheit und charakterlichen Veränderungen bringen Ina, Freunde, Chefs und Arbeitskollegen völlig zur Verzweiflung. Was ist nur los mit dem sonst so netten und hilfsbereiten Oliver?Starke Schmerzen machen ihm das Leben zur Hölle. In seiner Verzweiflung stiehlt er verschreibungspflichtige Schmerzmittel und ist unberechenbar.Eines Tages bricht er mit einem epileptischen Anfall an seiner Arbeitsstelle zusammen und ihn erwartet eine furchtbare Diagnose … Ein Schicksal, wie es jeden Einzelnen von uns treffen kann ... 

Leseprobe: 
Frau Dr. Höfing sieht der jungen Frau mit dem Kinderwagen, die den Gang entlanghetzt, überrascht entgegen. »Wo wollen Sie hin? Sind Sie verletzt?« Die Schwester vom Empfang der Notaufnahme läuft mit verzerrtem Gesicht hinter Ina her. »Sie lässt sich nicht aufhalten«, sagt sie entschuldigend.»Schon gut, ich kümmere mich um sie.« Ina hat ihren Mann jedoch bereits durch eine offenstehende Tür entdeckt und läuft schnurstracks auf ihn zu. Dr. Höfing folgt ihr.»Er ist mein Mann, Oliver Thies«, stammelt sie. »Wie geht es ihm? Was hat er? Ist er schwer verletzt? Er hat die Augen zu.« Dr. Höfing bemerkt, dass sie Ina, die aufgrund des Schocks in schlimmer Verfassung ist, keinen Vorwurf machen kann, und antwortet mit ruhiger Stimme: »Bitte regen Sie sich nicht auf.  Er wird gleich untersucht. Sagen wir mal so, es hätte schlimmer ausgehen können. Er ist in einer Art Dämmerschlaf, da er unter Schock steht. Aber wie ich das sehe, hat er großes Glück gehabt. Bitte warten Sie vorn im Aufnahmebereich. Wir sagen Ihnen Bescheid, wenn wir Näheres wissen. Hier können Sie nichts für Ihren Mann tun, unsere Ärzte geben ihr Bestes. Sie sehen und hören ja, wir haben uns um viele Verletzte zu kümmern.« Ina nickt stumm. Sie sieht ein, dass sie nicht berechtigt ist, hier zu sein. Sie bemerkt den Trubel um sich herum und beschließt, dass dies kein geeigneter Aufenthaltsort für Julie ist. »Ist in Ordnung, bitte entschuldigen Sie, aber die Angst!«, murmelt sie schnell. Die Ärztin nickt mit ernstem Gesicht. Ina ist beruhigt. Immerhin hat sie Oliver gesehen und sich davon überzeugt, dass es nicht so schlimm, wie sie sich das ausgemalt hat, um ihn steht. Allmählich kommt Oliver wieder zu sich. »Hallo? Können Sie mich verstehen? Sagen Sie mir bitte Ihren Namen.« Von weit entfernt vernimmt er eine angenehme, warme Stimme. Oder täuscht er sich? Träumt er vielleicht? Ach nein, lass mich, ich will jetzt nicht gestört werden. Wer immer du auch bist: Ich will schlafen. Mir geht es gut. Sollte ich antworten? Plötzlich umfasst etwas Kaltes seine Hand und er erwacht aus dem Dämmerschlaf. Hier riecht es komisch, wo bin ich? Langsam öffnet Oliver seine Augen, schließt sie aber sofort wieder, denn er wird von einem grellen Licht geblendet. Er versucht es erneut und öffnet nur ein Auge. Eine weiße Gestalt steht neben ihm und redet auf ihn ein. Mein Kopf schmerzt und meine Lippen sind ganz trocken. Ich habe einen furchtbar schlechten Geschmack im Mund. »Können Sie sich an den Unfall erinnern?«, fragt ihn der Oberarzt.»Sie waren bewusstlos!« »Wo bin ich?« Erschrocken richtet sich Oliver von der Trage auf und schaut sich um. Er sieht mehrere Verletzte um sich herum. Viele der Patienten stöhnen und schreien vor Schmerzen. »Sie sind im Unfallkrankenhaus Hamburg. Bleiben Sie liegen, wir untersuchen Sie jetzt. Haben Sie Schmerzen?« Mit einer Stablampe untersucht der Arzt Olivers Augen. Oliver fasst mit der linken Hand an seinen Kopf. »Nein, habe ich nicht. Ich denke, es ist nichts weiter als eine Hautabschürfung oder Platzwunde. Ich bin wohl mit dem Kopf gegen die Scheibe geprallt, als ich mich nach hinten umdrehen wollte.« »Oh, verharmlosen Sie das nicht. Es liegt eine Verletzung vor, die untersucht werden muss. Ist Ihnen übel, haben Sie Kopfschmerzen, ist Ihnen schwindlig?« Oliver verneint. »Mir war nur kurz schwindelig und schwarz vor Augen«, antwortet er. Der Arzt winkt eine Schwester herbei. »Bleiben Sie bitte einen Moment bei diesem Patienten und kontrollieren den Puls. Ich kümmere mich um die Wunde, dann bringen Sie ihn bitte zum CT. Schädelaufnahme in zwei Ebenen.« »Geht klar, Herr Doktor«, antwortet die Schwester nickend. »Sie haben sicher Recht. Es ist wahrscheinlich nur eine Platzwunde«, sagt der Arzt beruhigend, während er Oliver untersucht. Eine scharfe Flüssigkeit brennt plötzlich in seiner Wunde, das Desinfektionsmittel. Oliver stöhnt kurz auf. »Sie haben wirklich Glück gehabt. Andere Unfallteilnehmer hat es schlimmer getroffen.« Der Arzt legt eine Staubinde um Olivers Arm und führt eine Injektionsnadel in seine Vene ein. »Was machen Sie da? Wozu geben Sie mir eine Spritze? Die brauche ich nicht.« »Das ist nur ein leichtes Beruhigungsmittel. Sie haben schließlich einen Schock erlitten.« »Das ist Unsinn. Mir geht`s gut. Ein CT brauche ich auch nicht. Ich werde jetzt gehen.« »Ich möchte nur ganz sicher sein. Dieser Stoß an den Kopf kann schwerwiegende Folgen haben. Als Arzt weiß ich, wovon ich rede.« »Nein, nein, es ist schon alles okay. Ich gehe auf eigene Verantwortung. Machen Sie sich keine Sorgen. Vielen Dank für Ihre Mühe.« Resigniert zuckt der Arzt mit den Schultern. »Wie Sie meinen. Ich habe Sie gewarnt. Meiner Erfahrung nach haben Sie eine leichte Gehirnerschütterung - ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten, sowie ein Schleudertrauma. Sie brauchen unbedingt Ruhe. Sollten Symptome wie Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel, Sprachstörungen und Gangunsicherheit auftreten, dürfen Sie das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sie müssen dann sofort wieder ins Krankenhaus kommen, versprochen? Hier, ich gebe Ihnen vorsichtshalber noch ein paar Schmerztabletten mit.« Er greift in die Tasche seines Arztkittels und gibt Oliver zwei Tabletten in die Hand. Er klopft ihm leicht auf die Schulter, reicht ihm die Hand und sieht ihn eindringlich an. »Alles Gute für Sie. Ach noch was, Moment bitte, Ihre Frau und Ihre Tochter warten vorne im Aufnahmebereich auf Sie. Wenn Sie wollen, können Sie hier durch diese Tür gehen, dann vermeiden Sie den Umweg durch das Treppenhaus.« »Ja, versprochen Herr Doktor, und danke. Ich melde mich sofort, sollte es mir schlechter gehen. Na, dann werde ich jetzt mal meine Familie suchen. Auf Wiedersehen, oder lieber nicht«, lacht Oliver, während er seine Jacke nimmt und den Untersuchungsraum verlässt. Er sieht Ina und Julie schon von weitem. Langsam geht er auf die beiden zu. Plötzlich erblickt auch Ina ihn. »Oliver«, mit leuchtenden Augen läuft sie ihm entgegen. »Gott sei Dank, da bist du ja. Gut, dass dir nichts weiter passiert ist. Wie geht es dir? Du warst ohnmächtig, habe ich gehört? Hast du sonst nichts, keine inneren Verletzungen?« »Ach, alles halb so schlimm«, meint Oliver und winkt mit der Hand ab. Dann sieht er sein Töchterchen in der Spielecke sitzen. »Na, und du?«, lachend nimmt er sein Kind auf den Arm. »Spielst du schön?« »Meinst du, wir sollten noch mal mit der Ärztin reden? Sie wollte mir über deinen Befund Bescheid geben.« »Nein, brauchen wir nicht. Ich stehe doch vor dir, das sagt wohl alles. Sie haben mich gehen lassen, weil ich nichts habe, außer einer leichten Gehirnerschütterung und einer Platzwunde. Komm, lass uns gehen!« »Na gut. Und was jetzt? Kommst du mit nach Hause?« Ich hake mich bei Oliver unter. »Du bist sicher krankgeschrieben. Was ist mit dem Auto?« »Genau darum muss ich mich kümmern. Wahrscheinlich ist es Schrott und wurde abgeschleppt. Nein, ich komme nicht mit nach Hause, ich bin auch nicht krankgeschrieben. Ich nehme mir jetzt ein Taxi und lasse mich zum Verlag bringen. Dort wartet jede Menge Arbeit auf mich. Du kannst mit Julie ganz beruhigt zurückfahren. Mach dir keine Sorgen.  Genieß den Tag mit der Kleinen, ja?« Er küsst Ina und seine Tochter noch einmal flüchtig und steigt in ein wartendes Taxi vor dem Krankenhaus. Sein Verhalten ist schon ein bisschen komisch. Kommt es mir nur so vor, oder hat er sich überhaupt nicht gefreut, dass ich mit Julie hier bin? Nein, ganz sicher ist das nur die Aufregung und immerhin war er eine Zeit lang bewusstlos.Ich habe Olivers Rat befolgt und bin nach Hause gefahren, mache mir jedoch trotzdem Sorgen und rufe deshalb bei ihm und Helena mittags an. »Oliver hat sich vorhin, nachdem er einiges abgearbeitet hat, nebenan hingelegt. Er war ganz komisch, als er hier ankam. Ich denke mal, dass es nur der Schock ist, der ihm noch in den Knochen steckt. Ganz sicher braucht er etwas Ruhe und dann geht es wieder. Soll ich ihm etwas ausrichten, oder soll er dich zurückrufen?« »Ja, gerne. Sag ihm, er soll sich bitte melden. Meine Versuche, ihn zu erreichen, waren bisher zwecklos … Fortsetzung